Studienauftrag Rossrüti | Wil

Studienauftrag auf Präqualifikation

Der Ort

Die vorgefundene Siedlungsstruktur besteht in Rossrüti aus Einfamilien- und Mehrfamilienhäusern. Die einzelnen Häuser sind mittig auf der Parzelle platziert, ein Garten umsäumt die einzelnen Häuser und ist gleichzeitig das Abstandsgrün zum Nachbarn. Viele Häuser sitzen zudem auf einem Steinsockel. Es entstehen viele ungenutzte Rest- oder Abstandflächen. Gleichzeitig wird eine Nachbarschaft eher vermieden als gefördert. Der vorliegende Entwurf stellt dieser Bebauungsform eine alternative Siedlungsstruktur entgegen.

Städtebau und Quartier

In Rossrüti soll ein neues, kleines Quartier entstehen. Ein Identität stiftendes  Charaktermerkmal sind Gassen die durch die neue Siedlung zu den zueinander versetzt platzierten Gebäuden führen. Die einzelnen Häuser und deren Gärten sind durch leichte Höhenversprünge von 25, 50 und 75cm in den Hang gelegt. Eine Hausbreite definiert jeweils den zugehörigen Garten. Mauern auf Sitzhöhe bilden keine Grenzen sondern dienen als Schwellen zu verschiedenen Oberflächen und Bepflanzungen. Sie trennen nicht, sondern lassen den Blick zum Nachbarn zu.

Der vorliegende Entwurf schlägt eine städtebauliche Setzung vor, die den unbebauten Raum bewusst in die Planung und den Siedlungsraum miteinbezieht. Nahe beieinander liegende Häuser bauen Nachbarschaften auf. Es entsteht eine Dichte an sinnlichen, räumlichen Erlebnissen. Hofhäuser werden aneinandergeschoben und bilden Häuserzeilen. Dadurch entstehen Gassen die sich zu Vorplätzen entwickeln und zu den Hauseingängen leiten.

Die einzelnen Häuser werden so gesetzt, dass alle von der Aussicht Richtung Nordosten auf die gegenüberliegende Hügellandschaft profitieren und den Blick in die Natur entsteht. Grosse Fenster zum Patio lassen das Sonnenlicht über eine lange Zeitspanne ins Gebäude. Gleichzeitig sind die „Reihen-Einfamilienhäuser“ so zueinander versetzt, dass die Abendsonne über die Westseite ins Haus gelangt.

Gartenterrassen

Gartenterrassen zu jedem Haus bilden den privaten Aussenraum und definieren zusammen mit den Rückfassaden der Häusern Gassen die durch die Siedlung führen. Innerhalb der Siedlung gibt es eine markante Zäsur von einem Geschoss. Diese bildet eine Querverbindung von Norden Richtung Süden und verbindet den „Dorfplatz“ mit Brunnen und die Friedbergstrasse ganz im Süden.

Dieser Versatz in der Höhe entstand einerseits durch die Lage und Zufahrt der Tiefgarage und die natürliche Einbettung der Siedlung in die Topografie. Der Anschluss der Siedlung an den Bestand im Westen entsteht über zwei kräftige Mehrfamilienhäuser. Sie schliessen die Gassen gegen Westen ab und verbinden über ihre Form und Position Bestand und Neubauten.