Mensagebäude mit Mediathek | Chur

Projektwettbewerb im offenen Verfahren | 5. Rang

Städtebau
Aus der Anforderung, die beiden Baukörper in Etappen realisieren zu können und der Definition des idealen Standortes nahe der Verbindung zur Kantonsschule an der Halde, erfolgt die städtebauliche Setzung der beiden Gebäude. Durch die beiden Körper wird ein neuer Platz aufgespannt und ein grosszügiger Pausenraum generiert. Zusammen mit der vorhandenen Hangkante, auf der das neue Schulhaus sitzt, wird der Hof mit dem angrenzenden Cleric und Biotrakt neu gefasst.  Die Grösse des Schulhausvolumens ist absichtlich so gewählt, dass der Hof vom Eingangsbereich der Badi Sand erkennbar ist und den Besucher einlädt, den Weg durch den Hof in die Stadt zu nehmen. Der Bau Mensa/Mediothek ist so gesetzt, dass ein klarer Abschluss zum Schwimmbecken und zur Liegewiese hin entsteht und die Ausgabe Badi Sand die TerrassenbesucherIn direkt bedienen kann. Damit wird eine Rad- und Fussverbindung hinter dem Gebäude gewährleistet. Gleichzeitig spannt das Gebäude zusammen mit den Stützmauern der St.Luzistrasse einen Raum, welcher von Bäumen bestärkt wird auf und generiert aus dem Esssaal im zweiten Geschoss einen wunderbaren Ausblick auf die Rebbergen.

Mensa / Mediothek
Die Herausforderung für die städtebauliche Setzung des Baukörpers und deren Formgebung besteht darin, den Massstab und das Verhältnis zwischen den bestehenden Badehäusern und der Mediothek zu finden. Das dreigeschossige Volumen reagiert auf die Topographie indem es das Gefälle von fast drei Metern über die gesamte Gebäudelänge aufnimmt. Diese Geste verleiht dem Gebäude eine adäquate architektonische Gestalt und verankert das steinerne Sockelgeschoss als Kontinuum der Einfriedung der Badeanstalt im Erdreich. Der Grundgedanke für das Anordnen der Räume ist das Spiel zwischen dem Zulassen und dem absichtlichen Verwehren von Ausblicken auf das Freibad und die Liegewiese. Die Inhalte eines Lehrgebäudes und die betrieblichen Bedürfnisse des Freibades gleichzeitig zu berücksichtigen und verschmelzen zu lassen, kristallisierte sich im Laufe der Entwurfsarbeit als Gestaltungspotential heraus. Ein überhöhter Medienraum bietet keinen direkten Ausblick auf die Liegewiese, wird aber durch grosse Oberlichter beleuchtet. Räume wie Arbeitsplätze oder Ausleihtheke sind direkt an der Südwestfassade angesiedelt und lassen den Blick zum Wasser hin zu. Lesesaal und Nachschlagwerke befinden sich im zweiten Obergeschoss und sind bewusst als Rücksprung im Volumen ausgebildet, damit eine ruhige und zurückgezogene Arbeitsatmosphäre entsteht und die Emissionen auf ein Minimum reduziert werden können.

Schulhaus
Das Schulhaus besetzt die westlich des Freibades gelegene, abfallende Hangparzelle. Ein langgezogener Korridor verbindet den Eingang am Pausenplatz mit dem im Südwesten liegenden Nebeneingang. Entlang dieses Korridors reihen sich Informatikraum, Gruppenräume und Schulzimmer auf. Über die beiden Treppen, die sich an den Enden des Korridors befinden erreicht man das Obergeschoss, wo sich die restlichen Schulzimmer und Gruppenräume befinden.

Materialität
Beide Gebäude sind mit einem hölzernen Mantel versehen, der den Bezug zum bestehenden Badehaus herstellt und einen weichen Umhang um die stattlichen Volumen legt. Liegende und stehende, gestrichene Holzlatten verweben die grossen Fassadenflächen um Plastizität zu schaffen und wiederum den Massstab zu den umliegenden Gebäuden herzustellen. Die Nobilitierung, um als Häuser des Studiums und des Denkens gelesen zu werden, erhalten die beiden Gebäude durch verschiedene Anstriche und Lasuren. Ähnlichkeit und Verwandtschaft der beiden Bauten soll nicht negiert werden und nur durch Nuancen in der unterschiedlichen Färbung gezeigt werden. Einen markanten Unterschied formen die liegenden Fensterformate des Schulhauses gegenüber den stehenden Formaten des Mensagebäudes, dessen Wichtigkeit mit dieser Geste hervorgehoben werden soll.